Meldungen 2024


LINEG baut zwei neue Grundwasserpumpanlagen in Moers

15. Februar 2024

Die LINEG wird zwei Grundwasserpumpanlagen in Moers-Rheinkamp bauen. Die beiden neuen Anlagen werden eine Altanlage an gleicher Stelle ersetzen. Sie dienen der Regulierung des Flurabstandes, d.h. zur Einhaltung einer bestimmten Höhe zwischen der Geländeoberkante und der Grundwasseroberfläche. Standort der Pumpanlagen ist die Kurt-Schumacher-Allee im Stadtteil Rheinkamp. Von dort aus wird das Wasser in den Moerskanal gepumpt. Die Einleitungsstelle befindet sich an der Straße An der Schneckull, dort wo sich Moerskanal und Moersbach treffen.

Zur Vorbereitung der Bauarbeiten gehört üblicherweise eine Kampfmitteluntersuchung, d.h. die Prüfung und ggf. die Beseitigung von Hinterlassenschaften aus dem Zweiten Weltkrieg. Weil es einen Verdachtsfall an der geplanten Baustelle gibt, wird der Kampfmittelräumdienst diesem nachgehen und kontrollieren, ob an dieser Stelle tatsächlich eine Gefahr droht.

Damit der Räumdienst uneingeschränkt und sicher arbeiten kann, muss zunächst die Fläche rund um den Verdachtspunkt in einem Radius von fünf Metern freigeräumt werden. Dafür werden Bäume und ein Teilbereich des aufgeschütteten Walls entfernt. Die Rodungsarbeiten werden von einer Fremdfirma im Auftrag der LINEG durchgeführt; voraussichtlich ab Montag, den 19. Februar 2024.

Die LINEG bittet um Verständnis, dass es während der Landschaftsarbeiten zu kurzfristigen Beeinträchtigungen an dieser Stelle kommen kann; u.a. wird der Trampelpfad entlang des Moerskanals aus Sicherheitsgründen gesperrt. Gleiches gilt für den Zeitraum, an dem der Kampfmittelräumdienst vor Ort sein wird.

Nach dem Bau der beiden Grundwasserpumpanlagen wird die LINEG an gleicher Stelle sowohl den Wall wiederherstellen als auch das Gelände mit neuen und standortgerechten Bäumen bepflanzen.


Dauerregen und Rheinhochwasser lassen Grundwasserstände nicht sinken

Bild: Ein überfluteter Acker am Niederrhein. Eine Folge des Dauerregens seit November vergangenen Jahres. Die Aufnahme wurde Mitte Januar gemacht; seither bleibt die Lage angespannt. Foto: LINEG / jtv

09. Februar 2024

Die Hochwasserlage am Niederrhein bleibt, wie in anderen Flussregionen in Deutschland auch, angespannt. Gründe dafür sind rekordhohe Niederschläge sowie ein lang anhaltender überdurchschnittlich hoher Wasserstand im Rhein. Mit Blick auf die Niederschläge in den vergangenen Tagen ist nicht von einer kurzfristigen Verbesserung der Situation auszugehen. Der Deutsche Wetterdienst warnte für Nordrhein-Westfalen vor gebietsweise Dauerregen mit Mengen von 40 bis 60 Liter pro Quadratmeter, für Teile von NRW gab es eine Unwetterwarnung vor teils ergiebigen Dauerregen mit 60 bis 80 Liter pro Quadratmeter.

Auch im LINEG-Gebiet wird der Niederschlag auf Böden fallen, die kein Wasser mehr aufnehmen können. Laut dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz sind die Böden vollständig gesättigt oder übersättigt. Das heißt Oberflächenwasser bleibt im Gelände stehen und führt zu großflächigen Vernässungen auf Feldern sowie zu nassen Kellern. Letzteres ist auch eine Folge eines allgemeinen Anstieges der Grundwasserstände, bedingt durch den intensiven Dauerregen. Bereits im Dezember 2023 verzeichnete das LANUV in mehr als der Hälfte aller Grundwassermessstellen in NRW hohe, sehr hohe oder rekordhohe Stände; Daten der LINEG bestätigen dies.

Die LINEG verzeichnete in ihrem Verbandsgebiet am linken Niederrhein von November 2023 bis Anfang Februar 2024 rund 420 Millimeter Niederschlag. Das entspricht mehr als 50 Prozent eines durchschnittlichen Jahresniederschlages für diese Region, der bei rund 780 Millimeter liegt (780 Millimeter = 780 Liter pro Quadratmeter). Das ist die höchste Niederschlagsmenge, die die LINEG seit Gründung ihrer Genossenschaft im Jahr 1913 in einem solchen Zeitraum aufgezeichnet hat. Bereits das Wasserwirtschaftsjahr 2023, das vom 1. November 2022 bis zum 31. Oktober 2023 geht, ging als das nasseste Wasserwirtschaftsjahr im LINEG-Gebiet seit Aufzeichnungsbeginn ein.

Die hohen Grundwasserstände im Verbandsgebiet der LINEG, unabhängig von bergbaulich bedingten Senkungen, werden hoch bleiben und kurzfristig wieder ansteigen. Hier wird das Grundwasser maßgeblich durch den Wasserstand im Rhein beeinflusst. Bei einem hohen Wasserstand im Rhein ändert sich das sonst übliche Strömungsgefälle. Grundwasser fließt dann nicht mehr vom Binnenland in den Rhein, sondern es fließt Rheinwasser ins Binnenland. Diese Umkehrung der Strömungsverhältnisse beobachtet die LINEG seit Dezember 2023, in dem es mehrere Hochwasserwellen im Rhein gab. Auf Grund des prognostizierten Dauerregens ist wieder mit einem Ansteigen des Rheinwasserstandes zu rechnen. Laut ELWIS, dem Vorhersageservice der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung, wird für den Pegel Ruhrort ein Hochwasserstand von bis zu 7,80 Meter erwartet.


Nach dem Dauerregen – zur Hochwasserlage im LINEG-Gebiet

Bild: Blick auf den Rheinbogen zwischen Duisburg-Walsum und Rheinberg-Orsoy. Auch hier uferte der Fluss ins Binnenland aus. Foto: LINEG / jobo

09. Januar 2024

Der extreme Dauerregen der vergangenen Wochen führte auch im Verbandsgebiet der LINEG stellenweise zu einer Hochwasserlage. Die Situation wurde durch mehrere Hochwasserwellen im Rhein verstärkt, dessen Pegel die Grundwasserstände im Binnenland beeinflusst. Von November an bis heute fielen rund 350 Millimeter bzw. 350 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. Die Menge entspricht knapp 45 Prozent des durchschnittlichen Jahresniederschlages. Eine solche Regensumme in einem solchen Zeitraum wurde von der LINEG in ihrer 110-jährigen Geschichte bisher noch nie aufgezeichnet.

Die LINEG ist mit ihrem Personal wie immer rund um die Uhr, längst aber auch verstärkt im Einsatz. Bereits vor Weihnachten wurde der übliche Bereitschaftsdienst verdoppelt. Auf Grund der Folgen des lang anhaltenden Regens wurden zusätzlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Freizeit oder aus dem Urlaub zum Dienst gerufen. Sie stellten zum Beispiel zusätzliche Pumpanlagen im Gelände auf und nahmen diese in Betrieb, um Wassermassen abzuleiten.

Bei einer Vielzahl von gemeldeten Wasserschäden war es der LINEG bisher nicht möglich, jeden einzelnen Fall vor Ort zu dokumentieren. Betroffene Bürgerinnen und Bürger werden um Verständnis gebeten, dass der Fokus der Arbeit zunächst auf einer Sicherung der Pumpanlagen lag, um weitere und größere Schäden zu verhindern. Selbstverständlich wird jeder einzelne Fall so schnell wie möglich bearbeitet; die sorgfältige Einzelfallprüfung wird entsprechend Zeit in Anspruch nehmen.

Sofern ein Schaden auf eine mangelnde Grundwasserregulierung der LINEG zurückzuführen ist, wird diese die Kosten für eine Behebung übernehmen. In diesem Zusammenhang weist die LINEG darauf hin, dass ihr gesetzlicher Auftrag zur Einhaltung des Flurabstandes, also des Abstandes zwischen der Geländeoberfläche und des Grundwassersstandes, ausschließlich auf Flächen innerhalb des Verbandsgebietes bezieht, die durch bergbaubedingte Senkungen beeinträchtigt sind.

Mit Blick auf die Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes ist mit einer langsamen Entspannung der Hochwasserlage zu rechnen. Im Laufe dieser Woche werden nur noch geringe Niederschläge erwartet, daher ist nicht zu erwarten, dass die Grundwasserstände weiter ansteigen werden. Zu berücksichtigen ist, dass Grundwasser grundsätzlich träge auf Niederschlagsschwankungen reagiert. Es wird also noch eine Zeit dauern, bis die Grundwasserstände deutlich niedriger als zum jetzigen Zeitpunkt liegen werden; sofern es weiterhin trocken bleibt.

 

Bürgerinnen und Bürger, die einen Wasserschaden melden möchten, können sich bitte über ein Kontaktformular auf unserer Homepage an die LINEG wenden, der Kurzlink lautet: www.lineg.de/kontakt.