Klärschlamm ist längst mehr als ein Abfallprodukt, das bei der Reinigung von Abwasser in Kläranlagen anfällt. Die Mischung aus organischen und anorganischen Fest- sowie Flüssigstoffen kann je nach Zusammensetzung sowohl stofflich als auch thermisch verwertet werden. Beides gilt für Klärschlamm, der in den Kläranlagen der LINEG anfällt. Die LINEG nutzt den Klärschlamm, um auf ihren Kläranlagen in Kamp-Lintfort, Moers, Rheinberg und Rheinhausen klimafreundlich Energie zu erzeugen.
Der Schlamm wird in sogenannten Faultürmen auf den Anlagen gesammelt, um darin auszugasen. Das aufgefangene Gas wird einem Blockheizkraftwerk zugeführt, um letztlich Strom und Wärme zur Eigennutzung zu gewinnen. Auf der Kläranlage in Xanten hingegen ist dies nicht möglich, weil es hier auf Grund der geringen Ausbaugröße der Anlage keinen Faulturm zur Schlammausgasung gibt. Aus dieser Herausforderung entstand die Idee eines Klärschlammverbundes zwischen Xanten und den am nächsten gelegenen Standort in Rheinberg – um dort die eigene Energieproduktion spürbar zu erhöhen.
Die Umsetzung der Maßnahme wurde vom Projektträger, dem Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz in Berlin im Rahmen der Kommunalrichtlinie, mit 200.000 Euro gefördert. Auf der Kläranlage in Rheinberg wurden zum Beispiel die Dickschlammförderung und Entwässerungszentrifuge sowie die Annahme und Zwischenspeicherung des Klärschlammes angepasst. Die Reinigung von Abwasser bleibt sehr aufwändig und somit sehr energie- und kostenintensiv.
Der Klärschlammverbund Xanten-Rheinberg bietet der LINEG mehrere Vorteile. Neben einer größeren Unabhängigkeit vom Strommarkt wird durch die Nutzung von klimafreundlichen Eigenstrom der betriebliche CO₂-Fußabdruck nachhaltig gesenkt.
