Grundwasserstände
Aufgrund der bergbaulichen Einflüsse auf die Geländeoberfläche regelt die LINEG mit Pumpanlagen den Grundwasserflurabstand. Hierbei werden schädlich hohe Grundwasserstände auf ein verträgliches Maß abgesenkt. Bei niedrigen Grundwasserständen sind diese Anlagen nicht im Betrieb. Die ersten Anlagen wurden schon kurz nach der Jahrhundertwende errichtet. Heute betreibt die LINEG ca. 200 Grundwasserpolderanlagen, die den Verlauf der Grundwasserstände anpassen.
(Prinzipskizze Grundwasserregulierung)
Damit flächendeckende Informationen über die Grundwasserstände im LINEG-Gebiet vorliegen, unterhält die LINEG ein großräumiges Messstellen-Netz mit über 2.000 Grundwassermessstellen und über 300 Gewässerpegel die mindestens monatlich gemessen werden. Diese Daten werden von ca. 500 Beobachtungsstellen von Fremdbetreibern ergänzt. Mit Hilfe dieser gewonnenen Daten, die im Grundwasserverwaltungsprogramm AquaZIS eingepflegt werden, lässt sich der aktuelle Stand der Grundwasseroberfläche ermitteln. Die Auswertung der Daten dient als Grundlage für Planungen und Optimierungen der LINEG. Auch für Externe sind Informationen zu Grundwasserständen von großem Interesse. Das dichte Netz mit Messstellen versetzt die LINEG in die Lage, fast an jedem Ort ihres Gebietes genaue Aussagen über die aktuellen und historischen Grundwasserverhältnisse machen zu können. Dies wird intensiv vom Land NRW, von Kommunen, von Firmen, von Planungsbüros und von privaten Bauherren genutzt. Besonders für alle an die Grundwasseroberfläche heranreichenden Bauvorhaben sind Kenntnisse über Schwankungen der Grundwasserstandshöhe wichtig. Bleiben sie bei der Planung von Neubauten unberücksichtigt, können in Zeiten von hohen Grundwasserständen feuchte oder sogar überstaute Keller die unangenehme Folge sein. Allen Bauherren und Planern wird deshalb geraten, den höchstmöglichen Grundwasserstand für ihr Bauvorhaben bei der LINEG oder dem Landesgrundwasserdienst NRW (www.lua.nrw.de) zu erfragen.
Ausgewählte Messstellen im LINEG-Gebiet Anhand ausgewählter Grundwassermessstellen kann der jahreszeitliche Gang an verschiedenen Stellen im LINEG-Gebiet abgelesen werden. Die Messstelle 560 befindet sich in Rheinnähe und zeigt anhand der starken Schwankungen den Einfluss des Rheines auf die Grundwasserstände. Weit vom Rhein entfernte Messstellen wie 660 und 64 werden vorrangig durch die Grundwasserneubildung und nahegelegene Gewässer geprägt. Die Ganglinien weisen hohe Wasserstände in den Jahren auf, wo auch hohe Niederschlagsmengen aufgezeichnet wurden wie z.B. 1995 oder 1999. Die Grundwasserfließrichtung verläuft großräumig vom hohen Grundwasserstand am westlichen Rand des Genossenschaftsgebietes zur niedrigen Grundwasserhöhe am Rhein zu.
Der Grundwasserstand, der sich am linken Niederrhein im quartären Lockergestein bewegt, ist abhängig von Einflussfaktoren der Grundwasseranreicherung und –zehrung (Niederschlag, Gewässer und Grundwasserentnahme). Die Grundwasserneubildung ist abhängig vom Niederschlag, vom Anteil des Oberflächenabflusses, von der Verdunstung infolge der Vegetation und von der Durchlässigkeit des Oberbodens. Daraus resultiert in unserer Region, dass die wesentliche Grundwasserneubildung nur in dem Winterhalbjahr stattfindet. Dies ist in der Grafik des Grundwasserstandes an der oberen Ganglinie (Mst. 660) gut erkennbar. In den Wintermonaten steigt der Grundwasserstand an und in den Sommermonaten fällt er ab. Diese Grundwassermessstelle befindet sich im Bereich der Wasserscheide zwischen Rhein und Maas. Dort ergeben sich Grundwasserstandsschwankungen von ca. 1 m. Außerhalb der Wasserscheide besteht ein Grundwasserabstrom zu den großen Fließgewässern hin. Im Einflussbereich des Rheins strömt das Grundwasser bei Niedrigwasser und Mittelwasser zum Gewässer hin und wird hierüber abtransportiert. Bei hohen Wasserständen im Rhein wird der Grundwasserabstrom unterbunden und es kommt zu einem Aufstau. Außerdem strömt Wasser aus dem Gewässer in den Grundwasserleiter hinein. Somit kommt es zu starken Grundwasserschwankungen, die hauptsächlich durch den Wasserstand des Gewässers geprägt sind. Im unteren Teil der Grafik zeigt die Messstelle 560, die etwa 1 km vom Rhein entfernt ist, Schwankungen von mehr als 3 m. In unmittelbarer Rheinnähe können Schwankungen von über 6 m erreicht werden.
Der aktuelle Rheinwasserstandsverlauf kann bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (www.wsv.de) abgefragt werden.


